EN 14065 verständlich erklärt: Ein praktischer Leitfaden zu RABC für Wäschereien im Gesundheitswesen

2026/01/05 09:27

Für die Verantwortlichen von Krankenhäusern, Pflegeheimen und anderen spezialisierten Wäschereien im Gesundheitswesen ist die Einhaltung mikrobiologischer Standards bei der Textilreinigung ein unverzichtbarer Bestandteil des Pflegemanagements und keine Option, diese Aufgabe zu umgehen. Es geht um weit mehr als nur um die Reinigung – es ist ein wesentlicher Bestandteil der Infektionsprävention und -kontrolle. Die europäische Norm EN 14065, „Risikoanalyse und Biokontaminationskontrolle (RABC)“, setzt den Goldstandard für den Umgang mit diesem Risiko. Das Buch ist ein leicht verständlicher Leitfaden zur Implementierung der EN 14065. Die konkreten Verfahren werden von der ersten Besprechung bis zur Nachkontrolle beschrieben, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen und die Patientensicherheit zu gewährleisten.

 

Ein Überblick über das EN 14065-System und RABC.

Die Norm EN 14065, erstmals 2016 veröffentlicht und regelmäßig überarbeitet (einschließlich eines im Mai 2024 gestarteten Revisionsprojekts), ist eine dynamische, prozessorientierte Norm. Sie erfordert einen proaktiven Risikomanagementansatz anstelle einer rein präskriptiven Checkliste. Ihr Kernprinzip ist das sogenannte RABC-System, das Wäschereien die kontinuierliche Sicherstellung der mikrobiologischen Qualität ermöglicht, da Veränderungen in der jeweiligen Einrichtung keine universelle Lösung erfordern. International gilt EN 14065 als Vorbild. Führende Krankenhäuser wie das Peking Union Medical College Hospital in China haben beispielsweise ihre Prinzipien in die Planung und den Betrieb ihrer Wäschereien integriert. Ihr Einfluss ist global und sie dient als Beispiel für Best Practices in der Textilverarbeitung im Gesundheitswesen.

 

Kernkomponenten des RABC-Systems.

RABC-Implementierung Die Methode, die Sie anwenden, besteht darin, bei jedem Schritt kontrollierte Prozesse und Prozesse zu implementieren. Das System basiert auf mehreren Grundprinzipien, die häufig als zirkulärer Fortschritt betrachtet werden:  

1. Risikoanalyse: Alle potenziellen Eintrittspunkte für biologische Kontamination ermitteln und bewerten, z. B. das Sammeln verschmutzter Wäsche, die Lagerung in Reinräumen und die Verwendung in Reinigungseinrichtungen.

2. Kontrollpunkte und -grenzen: Definieren Sie die kritischen Kontrollpunkte (CCPs) und legen Sie strenge, messbare Grenzwerte fest (z. B. Mindestwaschtemperatur/-zeit; Chemikalienkonzentration).  

3. Überwachung und Dokumentation: Verfahren zur Überwachung jedes CCP festlegen und genaue Aufzeichnungen führen – die Grundlage jedes Audits.

4. Korrekturmaßnahmen: Wenn Ihre Überprüfung ergibt, dass Sie einen bestimmten Grenzwert überschreiten, stellen Sie sicher, dass Sie einen klaren Plan haben.

5. Validierung und Verifizierung: Überprüfen Sie regelmäßig, ob Ihre Prozesse, wie z. B. Waschzyklen, Textilien ordnungsgemäß dekontaminieren und ob das System als Ganzes wie erwartet funktioniert.

 

Hauptkontrollpunkte während des Waschvorgangs.

Die Desinfektionsphase ist ein zentraler Bestandteil der CCP-Maßnahmen. Gemäß EN 14065 und der entsprechenden Fachliteratur schlagen wir Methoden mit einem klaren Ansatz zur Erreichung mikrobiologischer Sicherheit vor:

l Thermische Desinfektion: Die beste Methode zur Desinfektion hitzebeständiger Kleidung. Die Wirksamkeit wird anhand des A0-Wertes (Temperatur und Zeit) gemessen. Ein A0-Wert ≥ 600 ist ein gängiges Ziel und kann durch Kombinationen wie 90 °C für 1 Minute, 80 °C für 10 Minuten oder 70 °C für 100 Minuten erreicht werden. Diese Flexibilität ermöglicht energieeffiziente Niedertemperaturzyklen, sofern eine angemessene Einwirkzeit gewährleistet ist.

Chemo-thermische Desinfektion: Für temperaturempfindliche Textilien wird eine Kombination aus niedrigeren Temperaturen (60–65 °C) und zugelassenen Desinfektionsmitteln (z. B. auf Peroxidbasis) verwendet. Wichtigste Voraussetzung ist ein gründliches Vorwaschen, da organische Verschmutzungen Mikroorganismen stark schützen und die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels erheblich verringern. Die alleinige Verwendung eines Wäschetrockners oder einer Bügelmaschine mit hoher Temperatur bietet nicht die erforderliche Trocknungstemperatur, da „trockene Hitze“ weniger effektiv ist als „feuchte Hitze“ und die Trocknungszeit nicht ausreicht.

 

Gebäudeplanung: Einschränkungen hinsichtlich physikalischer Kontamination.

Das RABC-Design sollte der physischen Anordnung einer Wäscherei entsprechen. Kernstück ist die strikte Trennung von „schlechten“ und „sauberen“ Arbeitsabläufen, um eine Kreuzkontamination des Gesamtsystems auszuschließen.

Ein konformes Layout zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

l Spezialisierte Zonen: Vorgebliche Bereiche frei von Verunreinigungen oder giftigen Substanzen, typischerweise von einer Mauer umschlossen.

l Unidirektionaler Fluss: Textilien, Personen und Luft müssen in eine Richtung fließen, von schmutzig nach sauber, um ein Zurückfließen zu verhindern. Dies erfordert separate Eingänge und Flure.

l Personalrichtlinien: Dem Personal sollten separate Umkleideräume zugewiesen werden, und für den Wechsel zwischen den Bereichen sollten Hygieneprotokolle eingehalten werden.

 

Moderne Trennwaschanlagen sind für diesen Zweck konzipiert. Sie werden in der Trennwand installiert, um die verschmutzte Seite zu beladen und in den Reinraum zu befördern und dienen somit sozusagen als optimaler Ort für die physische und verfahrenstechnische Kontrolle.

 Isolierte Waschmaschine

Wir gehen von der Einhaltung von Vorschriften zum Wettbewerbsvorteil über. Das RABC-System nach EN 14065 ist nicht nur eine Übung in regulatorischem Wissen, sondern eine Investition in Qualität und Sicherheit. Es bietet einen systematischen Ansatz zur Bewältigung von Infektionsrisiken, liefert einen nachvollziehbaren Nachweis der gebotenen Sorgfalt und stärkt das Vertrauen der Kunden im Gesundheitswesen. Die Norm stellt für Wäschereien, die Geräte bewerten, klare Anforderungen: Maschinen müssen präzise, ​​reproduzierbare und bestätigte thermische oder chemothermische Desinfektionszyklen gewährleisten. Hierbei sind Funktionen wie programmierbare Zykluslogik, präzise Temperaturregelung oder Chemikaliendosiersysteme entscheidend. Darüber hinaus entsprechen Geräte, die eine optimale Trennung der Arbeitsabläufe ermöglichen, wie z. B. Barriere-Waschmaschinen, direkt dem zugrunde liegenden RABC-Mandat zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen. Die Integration dieser Richtlinien in die Prozessgestaltung und technische Entscheidungen ermöglicht es Wäschereien im Gesundheitswesen, ein komplexes Regelwerk in einen vereinfachten, sicheren und nachhaltigen Ansatz zu überführen.


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